Überprüfung des bisherige Pannonia-Projekt: eine lärmberuhigtere Fläche verfügbar machen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

    ich ersuche Sie im Namen der FREIEN WÄHLER SPEYER um die Beantwortung der nachfolgenden Anfrage in der nächsten Stadtratssitzung.  

Projekte für generationenübergreifendes Wohnen sind aus der Sicht der FREIEN WÄHLER SPEYER zukunftsweisende Projekte für die Stadt Speyer, in der der Anteil der Einwohner im Seniorenalter nach allen Prognosen zunehmend steigt. Der Stadtrat hat dazu beschlossen, städtisches Gelände neben dem Haus Pannonia kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Gebaut werden sollen, für alle Einkommensgruppen bezahlbar, sowohl Eigentums-, als auch Mietimmobilien. Gleichzeitig soll durch die Verwirklichung des Projektes ein Beitrag zur Beseitigung der Wohnraumknappheit in unserer Stadt insgesamt geleistet werden.

Das Gelände um das Haus Pannonia jedoch hat einen entscheidenden Nachteil: Es liegt direkt neben der stark befahrenen B 9. Wie bei einem Ortstermin, bei dem das ansonsten verschlossene Gelände begehbar gemacht wurde, allen Anwesenden deutlich vor Augen geführt wurde: die Lärmbelastung ist enorm! Viele der Anwesenden nahmen alleine schon aus diesem Grund Distanz zu einer persönlichen Beteiligung an dem Projekt. Auch die vorliegenden Lärmemissionsgutachten zeigen noch in der geplanten 2. Baureihe eine massive Belastung durch den Verkehrslärm der Bundesstraße. In einer nicht öffentlichen Sitzung der „Arbeitsgruppe Wohnen“ wurden nach einem Bericht der RHEINPFALZ vom 13.04. nun offensichtlich weitere Freiflächen identifiziert, auf denen die „Arbeitsgruppe Wohnen“ Möglichkeiten auch zum kurzfristigen Aufstellen von Wohncontainern für Asylsuchende sieht.

 Der Stadtrat der FREIEN WÄHLER SPEYER stellt diesbezüglich die Anfrage, ob die Stadt prüfen wird, ob für das bisherige Pannonia-Projekt nicht eine sinnvollere, etwas lärmberuhigtere Fläche verfügbar gemacht werden kann.

Nach der Einschätzung der FREIEN WÄHLER SPEYER wäre es sinnvoller, angedachte, zeitlich begrenzte Container-Wohnprojekte z.B. für Flüchtlinge am Standort Pannonia unterzubringen, als dort Dauerwohnbereiche zu errichten. Das großzügig angelegte Heim der Donaudeutschen Landsmannschaft Speyer könnte hier, - nach Absprache - , evtl. sogar als Integrationszentrum (Deutschkurse, Integrationsveranstaltungen) für die dort untergebrachten Asylsuchenden mit genutzt werden. Es wäre logisch, dass gerade die Donaudeutschen als Heimatvertrieben die Stadt bei der Integration von Flüchtlingen unterstützen werden.

Aus der Sicht der FREIEN WÄHLER SPEYER wäre gerade für das derzeit neben dem Haus Pannonia geplante, für Speyer zukunftsweisende Projekt eines Mehrgenerationen-Viertels ein Bereich mit weniger Lärmbelastung erforderlich und sinnvoll, um nicht schon im Vorfeld eine mögliche, sicher schwerwiegende Ursache für das Scheitern des Projekts zu liefern. Wir denken hier beispielsweise an das Freigelände südwestlich der Roland-Berst-Straße.

Die nun mehr oder weniger „plötzlich“ durch die „Arbeitsgemeinschaft Wohnen“ erkannten Freiflächen zeigen, wie wichtig auch für Speyer nach wie vor ein Bau- und Planungsbeirat wäre, wie er in anderen Städten bereits seit längerer Zeit erfolgreich arbeitet. Ganz offensichtlich fehlt es in Speyer nach wie vor an einer gesamtstrategischen Bau- und Gestaltungsplanung, die die Erhaltung der baulichen Identität unserer Stadt sichert und erhält.    

  Dr. Reinhard Mohler Vorsitzender der FREIEN WÄHLER SPEYER Stadtrat  

Mai 2016

pannonia (2)